Qualifizierung Ladungssicherung

Schulungsinhalt:
Rechtliche Grundlagen — wer in der Kette haftet: Fahrer, Halter, Absender und Verlader. § 22 StVO, § 412 HGB und § 4 DGUV Vorschrift 1 verteilen die Verantwortung auf mehrere Schultern, und im Schadensfall wird jede einzelne geprüft.
Anforderungen an das Transportfahrzeug — Aufbau, Zurrpunkte und die zulässige Belastung der Ladefläche. Woran Sie erkennen, ob ein Fahrzeug für die geplante Ladung überhaupt geeignet ist.
Arten der Ladungssicherung — Formschluss, Kraftschluss und die Kombination aus beidem. Welche Methode bei welchem Ladegut trägt und warum Niederzurren allein oft nicht reicht.
Sicherungskräfte ermitteln — wie viel Zurrkraft die Ladung wirklich braucht, gerechnet nach DIN EN 12195-1: mit Beschleunigungs- und Reibbeiwerten und einem Rechenweg, den man auch im Betrieb nachvollziehen kann.
Zurrmittel und Hilfsmittel — Gurte, Ketten, Antirutschmatten und Kantenschutz auswählen, vor dem Einsatz prüfen und rechtzeitig ablegen. Was das Etikett verrät und wann ein Gurt in den Müll gehört.
Praktische Übungen — beladen und sichern am Fahrzeug, anschließend die eigene Arbeit kontrollieren. Jeder Teilnehmer legt selbst Hand an, statt nur zuzusehen.
Schulungsort:
Schulungscenter F.-O.-Schimmel-Straße 4, 09120 Chemnitz
nach Absprache auch bei Ihnen vor Ort
Kosten pro Teilnehmer:
215,00 € zzgl. MwSt.
Ablauf
- 1
Anmelden
Termin wählen, Teilnehmer melden. Auf Wunsch kommen wir mit der Schulung in Ihren Betrieb.
- 2
Theorie
Rechtslage, Verantwortung in der Transportkette und die Physik dahinter.
- 3
Praxis
Beladen und Sichern am Fahrzeug, bis die Handgriffe sitzen.
- 4
Teilnahmebescheinigung
Direkt zum Abschluss, als Nachweis für Ihre Unterweisungsdokumentation.
Informationen für Teilnehmer
Die Qualifizierung richtet sich an Fahrer im Werksverkehr und an alle, die Fahrzeuge beladen. Vorkenntnisse sind nicht nötig — Rechtslage, Physik und Berechnung bauen wir von Grund auf auf.
Teilnehmen kann, wer mindestens 18 Jahre alt ist. Jugendliche ab 16 dürfen im Rahmen ihrer Berufsausbildung mitmachen, wenn sie dabei beaufsichtigt werden.
Sicherheitsschuhe sind für den praktischen Teil vorgeschrieben, dazu wettergerechte Kleidung: geübt wird am Fahrzeug und damit teilweise im Freien.
Sagen Sie uns bei der Anmeldung, welche Zurrmittel in Ihrem Betrieb im Einsatz sind — geübt wird mit der Ausrüstung, die später auch auf den Fahrzeugen liegt.
Eine Anmeldung vorab ist Pflicht, spontan dazukommen geht nicht. Für einen Termin bei Ihnen im Betrieb sagen Sie uns, welche Fahrzeuge zur Verfügung stehen und was üblicherweise geladen wird — dann üben Ihre Leute an der eigenen Situation.
Der Lehrgang läuft von 8:00 bis etwa 17:00 Uhr, Pausen inklusive. Stellt Ihr Ladegut besondere Anforderungen, hängen wir einen zweiten Tag an und üben daran.
Die Qualifizierung findet ausschließlich auf Deutsch statt. Die Teilnehmer sollten die Inhalte lesen und verstehen können.
Wer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss steht, kann nicht teilnehmen. Das gilt auch für Medikamente, die die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen: im Zweifel vorher kurz mit dem Arzt sprechen.
Jährliche Unterweisung
Einmal geschult heißt nicht dauerhaft sicher. Die Auffrischung greift genau die Fehler auf, die im Betriebsalltag entstehen, und lässt sich als Termin bei Ihnen im Betrieb an den eigenen Fahrzeugen durchführen. Termin ganz nach Ihrem Wunsch.
Häufige Fragen
Beide, und noch ein paar mehr. § 22 StVO nimmt Fahrer und Halter in die Pflicht, § 412 HGB zusätzlich Absender und Verlader. Löst sich die Ladung, wird die ganze Kette geprüft. Genau deshalb sitzen in der Schulung Fahrer und Verlader zusammen im Raum — die Verantwortung lässt sich nicht an eine Person abschieben.
