Anschlagmittel - Prüfung von Arbeitsmitteln

Sicherheit zählt!

Regelmäßige Prüfung von Arbeitsmitteln

Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sind grundlegend im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) geregelt. Vom Arbeitgeber wird dabei gefordert „Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.“ (§ 4 Abs. 1 Allgemeine Grundsätze)

Dazu zählt auch, dass die bereitgestellten Arbeitsmittel regelmäßig geprüft werden. Detaillierte Vorgaben zur Prüfung von Arbeitsmitteln sind in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) beschrieben und werden durch die Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) ergänzt.

Was versteht der Gesetzgeber unter Arbeitsmittel?

Definition Arbeitsmittel laut Betriebssicherheitsverordnung
(Auszug aus der BetrSichV § 2 Begriffsbestimmungen)

(1) Arbeitsmittel sind Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen, die für die Arbeit verwendet werden, sowie überwachungsbedürftige Anlagen.

(2) Die Verwendung von Arbeitsmitteln umfasst jegliche Tätigkeit mit diesen. Hierzu gehören insbesondere das Montieren und Installieren, Bedienen, An- oder Abschalten oder Einstellen, Gebrauchen, Betreiben, Instandhalten, Reinigen, Prüfen, Umbauen, Erproben, Demontieren, Transportieren und Überwachen.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Ein bekanntes Sprichwort und in vielerlei Hinsicht treffend. Geprüfte Arbeitsmittel sorgen für sichere Betriebsabläufe und verringern das Risiko von Personen- und Sachschäden.

Wenn die Pflicht ruft

Regelmäßige Prüfungen sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Behalten Sie durch uns den Überblick im Vorschriftendschungel - gern beantworten wir all Ihre Fragen.

An Ort und Stelle

Unser sachkundiger Mitarbeiter prüft Ihre Arbeitsmittel im Unternehmen und gibt nützliche Hinweise für einen sicheren und ordnungsgemäßen Umgang.

Stapler hebt Batterie mit defekter Rundschlinge

Regelmäßige Prüfungen erhöhen die Sicherheit im Betrieb!

Ein unbemerkter Riss in der Faser der Rundschlinge und schon ist es passiert:
die Schlinge reißt – das Transportgut knallt auf den Boden.

Immer wieder treten vermeidbare Unfälle aufgrund von unsachgemäß oder gar nicht geprüften Lastaufnahme- und Anschlagmitteln auf.

Die Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit sind in den Unfallverhütungsvorschriften „Betreiben von Arbeitsmitteln“gesetzlich festgelegt. Die DGUV Regel 100-500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ beschreibt in Kapitel 2.8 speziell den Umgang mit den „Betreiben von Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb“.

Prüfung von Lastaufnahmemittel

„Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Lastaufnahmeeinrichtungen in Abständen von längstens einem Jahr durch einen Sachkundigen geprüft werden. Je nach den Einsatzbedingungen der Lastaufnahmeeinrichtungen können Prüfungen in kürzeren Abständen als einem Jahr erforderlich sein. Dies gilt z. B. bei besonders häufigem Einsatz, erhöhtem Verschleiß, bei Korrosion oder Hitzeeinwirkung oder wenn mit erhöhter Störanfälligkeit zu rechnen ist.“

Des Weiteren ist für bestimmte Anschlagmittel zusätzlich eine physikalisch-technische Prüfung mindestens aller drei Jahre vorgeschrieben. Rundstahlketten müssen auf Rissfreiheit und Hebebänder mit aufvulkanisierter Umhüllung auf Drahtbrüche und Korrosion geprüft werden.

Werden nicht ausgebildete Personen für die Prüfung eingesetzt, geht der Unternehmer ein sehr hohes Risiko ein.

Außerordentliche Prüfungen

Nach Schadensfällen oder besonderen Vorkommnissen, die die Tragfähigkeit beeinträchtigen können, sowie nach Instandsetzung müssen die Lastaufnahmeeinrichtungen einer außerordentlichen Prüfung durch einen Sachkundigen unterzogen werden.

Prüfnachweis

„Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass über die Prüfungen von Tragmitteln ... sowie über die besonderen Prüfungen von Rundstahlketten und Hebebändern mit aufvulkanisierter Umhüllung ... Nachweis geführt wird.“

Seit April 2018 bietet die Sander Fördertechnik GmbH die gesetzlich geforderten Prüfungen an. Diese Aufgabe übernimmt Herr René Bonitz, zertifizierter Sachkundiger für Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb.

Herr René Bonitz
Geprüfte Arbeitsmittel und sensibilisierte Mitarbeiter, die diese bewusst und achtsam einsetzen, beugen Unfällen vor und erhöhen aktiv die Betriebssicherheit in Ihrem Unternehmen.

René Bonitz, zertifizierter Sachkundiger für Lastaufnahmeeinrichtungen

Tägliche Sichtprüfung unerlässlich

Unabhängig von der wiederkehrenden Prüfung ist eine tägliche Sichtprüfung eines jeden genutzten Arbeitsmittels erforderlich, um die unter § 4 Abs.5 BetrSichV genannte Forderung zu erfüllen:

„Der Arbeitgeber hat weiterhin dafür zu sorgen, dass Arbeitsmittel vor ihrer jeweiligen Verwendung durch Inaugenscheinnahme und erforderlichenfalls durch eine Funktionskontrolle auf offensichtliche Mängel kontrolliert werden und Schutz- und Sicherheitseinrichtungen einer regelmäßigen Funktionskontrolle unterzogen werden.“

Dabei handelt es sich grundsätzlich um Mängel, die einem für die Benutzung des Arbeitsmittels geeigneten, unterwiesenen oder beauftragten Beschäftigten bereits bei Inaugenscheinnahme auffallen müssten.

Wer hoch hinaus will, braucht einen sicheren Stand.

Leitern gibt es in jedem Unternehmen. Sie sind das Arbeitsmittel der Wahl, wenn ein Karton aus dem Regal zu holen ist oder eine Glühbirne gewechselt werden muss. Regelmäßig kommen sie zum Einsatz. Funktionell und einfach erscheint die Handhabung. Doch darin liegt die Gefahr.

Leiter ist nicht gleich Leiter. Es gibt verschiedene Arten: Stehleitern, Anlegeleitern, Podestleitern und Mehrzweckleitern. Jede ist für einen bestimmten Einsatz geeignet. Viele Beschäftigte sind im Umgang fahrlässig oder nicht richtig geschult.

Unfälle durch unsachgemäßen Umgang sind keine Seltenheit. Mangelnde Standfestigkeit ist dabei die häufigste Unfallursache beim Einsatz von Leitern.

90 % der Unfälle mit Leitern aufgrund mangelhafter Standsicherheit

Laut der Statistik zum Arbeitsunfallgeschehen der DGUV gab es im Jahr 2016 insgesamt knapp 23.700 meldepflichtige Unfälle, die im Zusammenhang mit Leitern stattfanden. Fast jeder 15. Unfall hatte schwere Verletzungen zur Folge oder endete tödlich. Fast 90 Prozent aller Leiterunfälle, so das Ergebnis der BG BAU, fallen auf die mangelhafte Standsicherheit zurück.

Überarbeitete Leiternorm DIN EN 131 seit 1. Januar 2018 in Kraft

Die überarbeitete Leiternorm macht neue Vorgaben, die die Standfestigkeit von Leitern verbessern sollen. Ziel ist es, diese Gefahrenquelle bereits bei der Herstellung der Leitern zu minimieren.

Die neuen Richtlinien betreffen vor allem Unternehmen, die Anlege- und Mehrzweckleitern verwenden.

Die Änderung der Leiternorm wurde durch das Europäische Komitee für Normung (CEN) in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU), der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) und der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) entwickelt.

Die wichtigsten Änderungen der Norm DIN EN 131

Anlegeleitern mit einer Länge von mehr als drei Metern

Diese Leitern müssen eine größere Standbreite aufweisen. Entweder durch eine Quertraverse oder durch eine sogenannte konische Bauweise. So wird die Standsicherheit erhöht und ein seitliches Umkippen verhindert.

Mehrzweckleitern mit einem aufgesetzten Schiebeleiterteil

Ist dieses Schiebeleiterteil länger als drei Meter, muss es untrennbar mit der Leiter verbunden sein. Es sei denn, das Teil hat eine eigene Traverse. Dann darf es separat als Leiter genutzt werden, da es die neue Standbreiten-Anforderung erfüllt.

Unterteilung der Leitern in zwei Klassen

Es wird zwischen Leitern für den gewerblichen und für den privaten Gebrauch unterschieden. Entsprechende Piktogramme sorgen für die sichtbare Kennzeichnung der Leiterklassen.

Neue Prüfschritte

Die Prüfvorgaben wurden angepasst. Für Leitern in der betrieblichen Nutzung gelten deutlich höhere Prüfungsbelastungen.

Die neue Norm fordert verbreiterte Standfüße für Leitern mit einer Länge von über drei Metern.

Was bedeutet die Änderung der DIN EN 131 für den Unternehmer?

  • Die Gefährdungsbeurteilung muss in Bezug auf Leitern überarbeitet werden.
  • Bei Bedarf müssen zusätzliche Quertraversen an die Leitern angebracht werden.
  • Bei Neuanschaffungen müssen die Vorgaben beachtet werden.
  • Die befähigte Person, die im Auftrag des Unternehmers die wiederkehrenden Prüfungen vornimmt, muss den Inhalt dieser anpassen.

Was ist mit den „Alten“?

Vorhandene Leitern, die nicht der aktuellen Norm entsprechen, dürfen nur weiterverwendet werden, wenn die Sicherheit für den betreffenden Arbeitsauftrag gewährleistet ist.

Jedes Unternehmen ist verpflichtet eine Gefährdungsbeurteilungen der Arbeitsmittel zu erstellen. "Sollte dabei herauskommen, dass die Standsicherheit der Leitern nicht gewährleistet ist, empfiehlt die DGUV - je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung - die entsprechenden Leitern mit einer Traverse nachzurüsten", erklärt Thomas Jacob von der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW).

Regelmäßige Prüfung von Leitern und Tritten

Auch Leitern und Tritte sind Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung. Unternehmerinnen und Unternehmer müssen Sorge für eine regelmäßig wiederkehrende Prüfung tragen. Wie häufig diese anzusetzen ist, hängt auch von Nutzungshäufigkeit und der Beanspruchung ab. Die Prüfung sollte jedoch mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person durchgeführt werden.

Profitieren Sie vom Fachwissen unserer sachkundigen Mitarbeiter. Wir prüfen, unter Berücksichtigung der individuellen Betriebsverhältnisse, die Leitern und Tritte in Ihrem Unternehmen. Die Dokumentation der Prüfergebnisse sowie nützliche Hinweise zum Umgang mit Leitern gehören selbstverständlich dazu.

Kontakt

Ihr Ansprechpartner

Leiter Service

Florian Krauß

Wir sind für Sie da!

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